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PHP Extended Support: Warum du dafür bezahlst und wie du da rauskommst

PHP Extended Support

Viele WordPress-Nutzer zahlen aktuell Monat für Monat für etwas, das sie eigentlich gar nicht brauchen: den sogenannten PHP Extended Support. Falls du gerade bei IONOS, Strato, Checkdomain oder einem anderen Anbieter bist und eine alte PHP-Version nutzt, könnte es gut sein, dass du 4 bis 15 € im Monat extra zahlst. Für nichts anderes als veraltete Technik.

In diesem Beitrag zeige ich dir,

  • was „PHP Extended Support“ überhaupt ist,
  • warum du ihn (vermutlich) nicht brauchst und wann doch
  • und wie du einfach rauskommst, ohne Risiko für deine Website.

Kurz erklärt: Was ist PHP Extended Support?

PHP Extended Support bedeutet, dass dein Hosting-Anbieter für veraltete PHP-Versionen weiterhin Sicherheits‑ und Stabilitäts‑Updates liefert – allerdings gegen eine monatliche Zusatzgebühr, weil diese Versionen offiziell nicht mehr gepflegt werden.

PHP ist die Programmiersprache, auf der dein WordPress läuft. Und PHP bekommt regelmäßige Updates für Sicherheit und Geschwindigkeit. Aktuelle (Juli 2025) PHP-Version hat die Nummer 8.4.

Aber irgendwann wird jede PHP-Version von nicht mehr weiterentwickelt. Das bedeutet, dass ältere Versionen Sicherheitslücken haben können, die nicht mehr behoben werden. Und dann sagen Hosting-Anbieter: „Kein offizieller Support mehr? Dann machen wir es und nehmen Geld dafür.“

Klingt und ist erst einmal sinnvoll, schließlich soll deine Website sicher laufen.

Wofür genau bezahlst du?

Du zahlst dafür, dass dein Hosting-Anbieter sich selbst um Sicherheitsupdates für eine veraltete PHP-Version kümmert, die offiziell längst tot ist und nicht verwendet werden sollte. Zum Beispiel:

  • PHP 7.4 (Ende offiziell: Nov. 2022)
  • PHP 7.3, 7.2, 7.1, 5.6 … (noch älter)

Wenn du WordPress nutzt und eine dieser Versionen aktiv ist, bekommst du vom Hoster entweder eine Warnung oder du zahlst schon längst den Aufpreis.

Wieso passiert das eigentlich?

Bei vielen Hostern stellst du selbst die PHP-Version ein, die du für deine WordPress-Installation verwenden willst. Du (oder dein Websitebauer) hast das irgendwann so eingestellt – oder es wurde bei der Installation automatisch so gewählt – und seitdem nicht geändert. Du hast vermutlich die damals aktuellste Version genommen, die aber irgendwann veraltet war.

Brauchst du das wirklich?

Es kommt darauf an. Manchmal ja, häufig nein.

Neuerdings hatte ich eine Kundin darauf hingewiesen, dass sie für Extended Support zahlt, obwohl es nicht notwendig ist. Ihre Situation: Sie hat WordPress vor nicht allzu langer Zeit beim Hoster installiert und das System ständig aktualisiert, sobald eine neue Version von WordPress rauskam – so dass die Seite locker auch auf aktuellen PHP-Versionen laufen könnte.

Der Hoster hat irgendwann die älteren PHP-Versionen nur im Extended Support angeboten und da ihre Seite immer noch auf der alten PHP-Version lief, hat sie gezahlt. Obwohl sie das eigentlich nicht brauchte.

Nach meinem Hinweis konnte Sie einfach die PHP-Version im Hosting auf die aktuellste setzen und die Seite läuft wunderbar weiter. Jetzt zahlt sie nicht mehr für Extended Support.

Das ist der einfachere Fall gewesen.

Denn das Problem bei der Sache ist: Nicht jede WordPress-Version läuft auf jeder PHP-Version.

Das bedeutet: Wenn du vor ein paar Jahren WordPress noch auf der 5er Version von PHP installiert hast und immer noch eine alte WP-Version nutzt (kommt leider immer wieder vor), kannst du generell nicht ohne weiteres PHP auf die 8er-Version umstellen und erwarten, dass die Website weiter problemlos läuft.

Und anders herum: Wenn auf deinem Server PHP 5.4 läuft, kannst du WordPress nicht auf die neueste Version aktualisieren (damit du im zweiten Schritt die PHP-Version auf höhere Version stellen kannst), weil sie eine neuere PHP-Version als Minimum verlangt.

Das sind die schwierigeren Fälle, wo Extended Support solange sinnvoll ist, bis du deine WordPress-Installation modernisiert hast. Und da kann mehr Arbeit notwendig sein als nur die PHP-Version beim Hoster umzustellen.

Genauen Überblick darüber, welche WordPress-Version auf welcher PHP-Version läuft, bekommst du in den Tabellen auf der offiziellen WordPress-Seite PHP Compatibility and WordPress Versions (im neuen Tab). Ältere Versionen sind weiter unten auf der Seite in Tabellen aufgelistet.

Infotabelle WordPress PHP Support
Screenshot von make.wordpress.org

Ein weiteres Problem sind uralte Plugins, Themes oder Eigenentwicklungen, die nie gepflegt wurden. Dann kann ein Umstieg erst mal zu Fehlern führen.

Aber selbst dann: Du solltest nicht noch ein Jahr warten. Du solltest bald upgraden und die Probleme gezielt beheben. Nicht nur wegen der Kosten für Extended Support, sondern aus Sicherheits- und Performancegründen.

Wie findest du raus, ob du betroffen bist?

Ob du für Extended Support für PHP zahlst, siehst du entweder auf deinen Hosting-Rechnungen oder du schaust im Hosting nach:

  1. Logge dich ins Hosting ein (z. B. IONOS, Strato, Mittwald, allinkl)
  2. Suche nach PHP-Einstellungen
  3. Schau, welche Version läuft (z. B. 7.4, 8.0, 8.1)
  4. Wird dir „Extended Support“ angezeigt? Dann zahlst du.

Wie kommst du da wieder raus?

Achtung: Du machst alles Weitere auf eigene Gefahr und Verantwortung.

1. Backup machen!

Bevor du irgendwas an der PHP-Version änderst: notiere dir die aktuell eingestellte Version und mache ein vollständiges Backup deiner WordPress-Seite (Datenbank + Dateien). Viele Hoster bieten das direkt im Verwaltunspanel an. Alternativ geht’s mit einem Plugin wie UpdraftPlus.

Wobei… wenn du ein aktuelles Plugin auf veralteten WP- und PHP-Versionen installieren möchtest, wird es vielleicht gar nicht gehen. Schaue vor der Installation in der Plugin-Beschreibung, welche PHP-Versionen es unterstützt.

Ansonsten kann man zur Not die Datenbank von Hand exportieren und die Dateien per FTP auf eigenen Rechner holen.

2. Website auf Kompatibilität prüfen

Logge dich im WordPress-Backend deiner Webseite an und schaue, welche Version du aktuell verwendest. Du siehst das z.B. im Dashboard ganz unten rechts. Dann schaue in den Tabellen (im neuen Tab) nach, welche Kombination von PHP und WordPress funktioniert.

3. PHP-Version umstellen

Wenn du siehst, dass es funktionieren soll, kannst du im Hosting-Backend in der Regel mit 1–2 Klicks die PHP-Version ändern. Nimm PHP 8.1 oder 8.2, nicht gleich 8.3, falls du auf Nummer sicher gehen willst.

4. Funktionstest machen

Prüfe deine Seite: Startseite, Unterseiten, Blog, Kontaktformular: läuft alles rund? Schau, ob irgendwelche Fehlermeldungen erscheinen.

5. Extended Support kündigen

Wenn alles gut aussieht, kannst du PHP Extended support kündigen. Bei manchen Hostern läuft der Extended Support automatisch aus, sobald du auf eine aktuelle Version wechselst. Manche verlangen aber, dass man es aktiv kündigt (meistens mit einem Klick erledigt).

Was tun, wenn etwas schiefläuft?

Worst case: Deine Website zeigt Fehler oder ist nicht erreichbar.

Dann:

  1. Im Hosting wieder zurück auf die alte PHP-Version umstellen
  2. Problematische Plugins/Themes identifizieren (z. B. per Plugin-Deaktivierung)
  3. Alternativen suchen oder aktualisieren

Ein Webprofi kann dir das auch für kleines Geld abnehmen. Oft ist das günstiger als 12 Monate unnötigen Extended Support zu bezahlen.

Automatisch auf dem Laufenden bleiben

Setz dir einen Reminder im Kalender: 1 bis 2 Mal im Jahr PHP-Version checken (z. B. im Januar und Juli). Du kannst auch den Newsletter deines Hosters abonnieren, denn viele kündigen das Support-Ende von alten PHP-Versionen frühzeitig an und du kannst entsprechend reagieren.

Du brauchst Hilfe beim PHP-Upgrade oder willst deine WordPress-Website sicher aufstellen? Dann melde dich. Ich unterstütze dich gerne dabei.

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