Vor einigen Wochen rief mich ein Handwerker an. Er fragte, ob ich seine Website anschauen könnte und ob man etwas optimieren kann, vielleicht auch ganz neu machen. Anfragen kämen kaum welche, obwohl die Seite eigentlich noch ziemlich neu sei. Letztes Jahr fertiggestellt. Teilweise selbst gemacht. Alles wichtige wäre eigentlich drauf.
Selbst gemachte Website: warum sie oft keine Anfragen bringt
Als ich mir die Seite angesehen habe, war klar: Fertig war sie. Aber sie funktionierte nicht. Nicht weil etwas technisch kaputt war.
Sondern weil sie so aussah und sich so anfühlte, wie Websites vor zwölf Jahren ausgesehen haben. Zu voll. Kein roter Faden. Kein Moment, in dem ein Besucher denkt: Ja, hier bin ich richtig. Der Handwerker hatte echte Mühe reingesteckt und trotzdem bremste die Seite mehr, als sie half.
Das Traurige daran: Er sieht es selbst nicht. Er ist stolz auf die Seite. Und das ist das eigentliche Problem.
Selbst machen ist nicht das Problem, sondern die Betriebsblindheit
Eine Website selbst zu bauen ist heute technisch kein Hexenwerk mehr. Baukastensysteme wie Jimdo, Wix oder auch WordPress mit fertigen Themes machen es möglich, dass man in ein paar Abenden eine Seite online bringt. Das ist grundsätzlich gut.
Das Problem sitzt woanders: Wer seine eigene Website baut, baut sie zwangsläufig aus der eigenen Perspektive. Man kennt das Angebot in- und auswendig, weiß genau, was man leistet, wie die Abläufe funktionieren, warum man gut ist. Und genau das macht es so schwer, eine Website zu bauen, die für Außenstehende funktioniert.
Der Besucher kommt nicht mit deinem Wissen. Er kommt mit einer Frage oder einem Problem. Und er entscheidet in wenigen Sekunden, ob er hier bleiben oder weitergehen soll.
Bei der selbst gemachten Website des Handwerkers war genau das das Problem: Er hatte alles reingepackt, was ihm wichtig war. Leistungen, Preishinweise, Bilder von Projekten, ein langer Text über das Unternehmen, ein Kontaktformular ganz unten. Aus seiner Sicht: vollständig. Aus Sicht eines fremden Besuchers: überwältigend, unübersichtlich, ohne klare Richtung.
Was eine selbst gemachte Website meistens nicht schafft
In meiner Arbeit sehe ich immer wieder dieselben Muster. Nicht bei allen selbst gemachten Seiten, aber bei sehr vielen: Die Hauptaussage fehlt oder versteckt sich. Man landet auf der Startseite und weiß nach zehn Sekunden nicht genau, was das Unternehmen macht und vor allem nicht, ob es das Richtige für einen ist.
Der Besucher wird nicht geführt. Es gibt viele Informationen, aber keine Logik dahinter, in welcher Reihenfolge man sie aufnehmen soll. Man muss selbst klicken, suchen, entscheiden. Das tun die wenigsten. Die meisten verlassen die Seite und wollen sich das Angebot irgendwann noch einmal in Ruhe anschauen (kommen aber nie wieder).
Vertrauen entsteht zu spät oder gar nicht. Referenzen, Bewertungen, ein echtes Gesicht sind Dinge, die Besucher brauchen, bevor sie sich melden. Auf vielen selbst gebauten Seiten fehlt das oder ist so versteckt, dass es nichts bringt.
Und dann: das Kontaktformular ellenlang. Keiner will so etwas beim ersten Kontakt ausfüllen.
Das Design wird oft überschätzt
Viele Unternehmen investieren viel Zeit (und Geld) in das Aussehen der Website. Farben, Bilder, Schriften, Effekte – die Seite muss „knallen“.
Das ist nicht falsch, aber das löst das Kernproblem nicht. Eine Website kann sehr modern aussehen und trotzdem verwirren, überfordern oder unklar bleiben. Denn gutes Design ersetzt keine Struktur. Viele Effekte, bunte Grafiken machen die Website und Ihre Botschaft nicht automatisch vertrauenswürdig.
Gute Struktur entsteht nicht im Grafikprogramm, sondern durch klare Inhalte, eine logische Seitenaufteilung, verständliche Texte, sinnvolle Reihenfolge der Seitenabschnitte und durch eine klare Nutzerführung.
Erst damit entfaltet Design seine Wirkung.
Eine funktionierende Website fühlt sich ruhig an
Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen. Gute Websites fühlen sich nicht spektakulär an. Sie fühlen sich klar an. Als Besucher weiß man sofort, worum es geht, für wen das Angebot gedacht ist, ob es für mich gut ist und was ich machen muss, um ein von derAngebot zu bekommen.
Man muss nicht lange suchen und rätseln. Man fühlt sich geführt, nicht gedrängt. Und genau das führt dazu, dass Menschen eher Kontakt aufnehmen.
Wann lohnt es sich, die selbst gemachte Website anzufassen?
Nicht jede selbst gemachte Website muss sofort ersetzt werden. Manchmal reichen strukturelle Änderungen und klarere Texte. Manchmal braucht es wirklich einen Neustart.
Ein guter erster Test: Zeig die Startseite jemandem, der dein Angebot nicht kennt, und frag ihn nach zehn Sekunden, was du anbietest und was er jetzt tun soll. Wenn er zögert oder rät, dann liegt dort die eigentliche Baustelle.
Wenn du gerade merkst, dass deine Website irgendwie nie richtig funktioniert hat, findest du in diesem Artikel einen guten nächsten Schritt: Mehr Anfragen erhalten: Mache deine Website zum Kundenmagneten