Viele Unternehmenswebsites laufen jahrelang einfach weiter. Und solange alles irgendwie funktioniert, beschäftigt man sich nicht weiter damit. Verständlich, denn Baustellen gibt es genug.
Das schlimme ist: Technische Probleme bei WordPress-Websites fallen oft erst spät auf. Zum Beispiel dann, wenn plötzlich zusätzliche Hostingkosten auftauchen, die Website langsamer wird, Sicherheitswarnungen erscheinen oder Updates nicht mehr sauber funktionieren.
Ein typisches Beispiel dafür ist sogenannter „PHP Extended Support“. Viele WordPress-Nutzer zahlen dafür Monat für Monat extra, obwohl das oft vermeidbar wäre.
In diesem Beitrag zeige ich dir
Was bedeutet „technisch veraltete WordPress-Website“ überhaupt?
Damit ist nicht gemeint, dass deine Website optisch alt aussieht. Technisch veraltet bedeutet eher:
- alte WordPress-Version
- veraltete PHP-Version
- Plugins oder Themes ohne Updates
- schlechte Ladezeiten
- alte Builder oder Themes
- Funktionen, die nur noch „gerade so“ laufen
- Sicherheitsprobleme
- schlechte mobile Darstellung.
Viele Webseiten werden einmal erstellt und danach jahrelang kaum gepflegt. Das Problem fällt oft erst auf, wenn Zusatzkosten, Fehlermeldungen oder technische Probleme auftauchen.
Gerade kleinere Unternehmen kennen das: Die Website läuft irgendwie, also fasst man lieber nichts an. Und irgendwann wird aus „läuft doch noch“ plötzlich ein echtes Problem.
Ein typisches Warnsignal: PHP Extended Support
Vielleicht kennst du das selbst, denn es betrifft viele nicht gepflegte Webseiten: Du schaust einmal auf die Rechnung von der Hosting-Firma und siehst eine neue Position: PHP Extended Support. Viele WordPress-Nutzer zahlen dafür Monat für Monat und unternehmen nichts.
Falls du bei IONOS, Strato oder einem anderen Anbieter bist und noch eine alte PHP-Version nutzt, könnte es gut sein, dass du 4 bis 15 € im Monat extra zahlst. Für nichts anderes als veraltete Technik.
Kurz erklärt:
PHP ist die Programmiersprache, auf der WordPress läuft. Und PHP bekommt regelmäßig Updates für Sicherheit, Stabilität und Geschwindigkeit.
Irgendwann wird jede PHP-Version aber offiziell eingestellt. Dann gibt es keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Hosting-Anbieter bieten dafür häufig kostenpflichtigen „Extended Support“ an.
Das bedeutet: Du zahlst dafür, dass dein Hoster eine veraltete PHP-Version weiter absichert.
Zum Beispiel:
- PHP 7.4 (offizielles Support-Ende: November 2022)
- PHP 7.3, 7.2 oder noch älter
Wenn deine WordPress-Website noch darauf läuft, bekommst du oft Warnungen vom Hostinganbieter oder zahlst bereits den Aufpreis.
Warum viele WordPress-Websites davon betroffen sind
Bei vielen Hostern stellst du selbst die PHP-Version ein, die für deine WordPress-Installation verwendet wird. Häufig wurde diese Einstellung irgendwann einmal vorgenommen und danach nie wieder angefasst.
Das passiert oft bei Websites,
- die seit Jahren nicht modernisiert wurden,
- deren ursprünglicher Webdesigner nicht mehr erreichbar ist,
- der Webdesigner nicht klar gesagt hat, dass man die Seite updaten muss
- oder du dich irgendwann bei ersten Problemen nicht getraut hast, die Installation upzugraden.
Dazu kommen oft alte Plugins oder Themes, die nie richtig gepflegt wurden. Manche Seiten laufen noch mit uralten Erweiterungen oder Eigenentwicklungen, die mit aktuellen PHP-Versionen Probleme machen würden.
Deshalb bleiben viele Betreiber aus Unsicherheit einfach auf alten Versionen hängen und zahlen dann Monat für Monat Extended Support.
Warum veraltete WordPress-Websites langfristig teuer werden
Das eigentliche Problem ist oft nicht der PHP Extended Support selbst. Er ist eher ein Symptom dafür, dass die Website technisch über Jahre nicht gepflegt wurde.
Und genau das wird langfristig teuer.
1. Zusätzliche Hostingkosten
Der offensichtlichste Punkt: unnötige Zusatzkosten für alte PHP-Versionen.
Klingt erst mal nicht dramatisch. Aber 5 bis 15 € pro Monat über mehrere Jahre summieren sich schnell. Für etwas, das oft vermeidbar wäre und eigentlich vermieden werden sollte.
2. Sicherheitsrisiken
Alte WordPress-Versionen, Plugins oder PHP-Versionen sind ein Sicherheitsrisiko. Bekannte Schwachstellen werden irgendwann nicht mehr geschlossen. Das macht Webseiten anfälliger für Spam, Malware oder Angriffe.
Gerade kleinere Unternehmensseiten werden oft erst bemerkt, wenn plötzlich etwas kaputt ist oder Google Sicherheitswarnungen anzeigt.
3. Schlechtere Performance
Veraltete Technik macht Websites oft langsamer. Neue PHP-Versionen sind deutlich schneller als alte. Dazu kommen häufig überladene Plugins, alte Themes oder Builder, die nie modernisiert wurden.
Langsame Websites nerven nicht nur Besucher, sondern können sich auch negativ auf Suchmaschinenoptimierung und Conversion auswirken.
4. Updates werden immer schwieriger
Viele Betreiber schieben Updates jahrelang auf, weil „bloß nichts kaputtgehen soll“. Das Problem dabei: Je länger man wartet, desto schwieriger wird die Modernisierung später.
Irgendwann funktionieren Plugins nicht mehr zusammen, Themes sind inkompatibel oder Updates brechen die komplette Seite. Und dann wird aus einem kleinen technischen Update plötzlich ein größeres Reparaturprojekt. Oder man muss die Seite komplett neu aufsetzen.
5. Schlechtere Wartbarkeit
Viele alte WordPress-Websites bestehen aus:
- veralteten Plugins
- alten Themes
- Page Buildern von früher
- individuellen Bastellösungen.
Das macht Änderungen unnötig kompliziert und teuer. Schon kleine Anpassungen können dann plötzlich viel Zeit kosten.
Woran du erkennst, dass deine WordPress-Website veraltet sein könnte
Ein paar typische Warnzeichen haben wir schon erwähnt, hier eine etwas längere Liste:
- Dein Hoster weist auf „PHP Extended Support“ hin
- WordPress- oder Plugin-Updates funktionieren nicht sauber
- Die Website ist langsam
- Plugins sind „nicht getestet mit deiner WordPress-Version“
- Das Admin-Backend wirkt träge oder fehlerhaft
- Die mobile Darstellung ist schlecht
- Kontaktformulare funktionieren nicht zuverlässig
- Du hast seit Jahren nichts technisch aktualisiert
- Deine Website sieht auf Smartphones nicht mehr zeitgemäß aus.
Ein einzelner Punkt muss noch kein Problem sein. Wenn mehrere Dinge zusammenkommen, lohnt sich aber meistens ein genauer Blick.
Was du selbst prüfen kannst
Wenn du technisch etwas fit bist und ein bisschen Zeit hast, kannst du einige Dinge selbst überprüfen.
1. Backup machen
Bevor du irgendetwas an WordPress oder der PHP-Version änderst: vollständiges Backup machen. Viele Hoster bieten das direkt im Hostingpanel an. Alternativ geht es per Plugin oder manuell per FTP und Datenbankexport.
2. PHP-Version prüfen
Im Hosting-Backend findest du normalerweise die aktuell verwendete PHP-Version. Wenn dort noch PHP 7.4 oder älter aktiv ist, solltest du das Thema sehr ernst nehmen.
3. WordPress-Version prüfen
Logge dich ins WordPress-Backend ein und prüfe, ob Updates verfügbar sind. Viele ältere Websites laufen noch mit deutlich veralteten WordPress-Versionen.
4. Plugins und Themes prüfen
Schau nach:
- Wann wurde das Plugin zuletzt aktualisiert?
- Wird es noch aktiv gepflegt?
- Gibt es Warnungen zur Kompatibilität?
Uralte Plugins sind oft ein Hauptgrund für Probleme bei Modernisierungen.
5. Vorsichtig testen
Wenn deine WordPress-Version aktuell genug ist, kannst du testweise auf eine neuere PHP-Version wechseln, zum Beispiel PHP 8.1 oder 8.2.
Auf diesem Bild siehst du, welche WordPress-Version mit welcher PHP Version funktioniert.

Danach unbedingt die Website prüfen:
- Unterseiten
- ob Kontaktformulare funktionieren
- mobile Ansicht
- Backend
- spezielle Funktionen, falls deine Seite solche hat.
Falls Fehler auftreten, kannst du meist wieder zurückwechseln.
Wann sich eine Modernisierung der WordPress-Website lohnt
Nicht jede alte Website braucht sofort einen kompletten Relaunch, also Neuentwicklung. Aber manchmal ist eine komplette Modernisierung deutlich sinnvoller als ständiges Reparieren.
Zum Beispiel wenn:
- die Website seit Jahren nicht gepflegt wurde,
- alte Plugins oder Themes Probleme machen,
- die Ladezeiten schlecht sind,
- die mobile Darstellung veraltet ist,
- Sicherheitsprobleme auftreten,
- oder du generell das Design überholen willst und eventuell neue Struktur der Seite geplant hast.
Oft lässt sich eine bestehende WordPress-Website technisch modernisieren, ohne alles komplett neu aufzubauen. Du erreichst damit meistens eine schnellere Webseite, du hast dann aktuelle Technik, höhere Sicherheit, bessere Wartbarkeit und weniger technische Probleme.
Und langfristig oft auch weniger Kosten.
Zusammengefasst
WordPress ist ein wunderbares CMS, aber es erfordert Wartung. Und eine nicht gewartete, alte WordPress-Website bedeutet Sicherheitsprobleme und oft auch unnötige Zusatzkosten (siehe PHP Extended Support).
Je länger man notwendige Updates und Modernisierungen aufschiebt, desto komplizierter und teurer wird es meistens später. Deshalb lohnt es sich, die eigene Website regelmäßig technisch zu prüfen und nicht erst zu reagieren, wenn bereits Probleme entstehen.
Wenn du unsicher bist, ob deine WordPress-Website technisch noch sauber aufgestellt ist oder modernisiert werden sollte, kontaktiere mich – ich unterstütze dich gerne dabei.